Südfrankreich

 

Pont d’Arc über dem FlussArdèche, südlich der Cevennen.

Südfrankreich ist geografisch der Teil Frankreichs, der sich von einer gedachten Linie vom Zentralplateau der Alpen bis zur Mündung der Garonne in die Biskaya erstreckt. Im engeren Sinne wird als Südfrankreich auch nur der Midi, der französische Anteil an der Mittelmeerküste und dessen Hinterland bezeichnet, dessen alter Name auch Okzitanien lautet und im Mittelalter das Land der Katharer war.

Südfrankreich umfasst die Regionen AquitanienLanguedoc-RoussillonMidi-PyrénéesProvence-Alpes-Côte d’Azur und Rhône-Alpes. Nach Spanien und Andorra wird Südfrankreich durch die natürliche Grenze der Pyrenäenabgegrenzt. Die wichtigsten Städte Südfrankreichs sind MarseilleNizzaAvignonGrenobleMontpellierBordeauxToulouseToulon und Cannes.

Teilweise wird in der Region noch Okzitanisch gesprochen.

Durch Südfrankreich führt auch der Jakobsweg nach Santiago de Compostela, der Pilgerweg zerfällt dabei in mehrere historische Routen, die sich bei Oloron-Sainte-Marie nahe der spanischen Grenze zum Camino Francésvereinigen.

Unter prähistorischen Gesichtspunkten ist das Gebiet in verschiedene Regionen unterteilt, die zum Teil ganz eigene Formen von megalithischen Zeugnissen hinterließen. Die meisten dürften der Chassey-Kultur zugehören. Es gibt zwei Regionen mit Statuenmenhiren (Languedoc, Rouergates) und acht Dolmengebiete (Aquitanien, Ardeche, Grand Causses, Languedoc, Minervois, Pays Basquue, Quercy und Roussillon). Auch einige Menhire und dieCromlechs (z. B. Lacam de Peyrarines) sind von beachtlicher Größe.


Avignon


Avignon
Wappen von Avignon
Region Provence-Alpes-Côte d’Azur
Département Vaucluse (Präfektur)
Arrondissement Avignon
Kanton Chef-lieu von 4 Kantonen
Koordinaten 43° 57′ N4° 49′ OKoordinaten: 43° 57′ N4° 49′ O
Höhe 23 m (10–122 m)
Fläche 64,78 km²
Einwohner 92.454 (2006)
Bevölkerungsdichte 1.427 Einw./km²
Postleitzahl 84000
INSEE-Code 84007
Website http://www.avignon.fr/
Avignon von der Rhôneinsel Ile-de-la-Barthelasse
Avignon von der Rhôneinsel Ile-de-la-Barthelasse

Avignon [aviˈɲɔ̃] ist eine Stadt in der Provence in Südfrankreich am östlichen Ufer der Rhône mit knapp 90.000 Einwohnern. Sie ist Sitz der Präfektur des Départements Vaucluse.

Die charmante Altstadt von Avignon mit ihren prächtigen, mittelalterlichen Häusern ist von einer intakten und imposanten Befestigungsmauer umgeben. Die Altstadt mit dem gotischen Papstpalast (Palais des Papes) aus dem 14. Jahrhundert und der berühmten Brücke Pont St. Bénézet zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Geographie 

Die Rhône bildet bei Avignon die Grenze zum Département Gard. Gegenüber am rechten Ufer der Rhône befindet sich die Stadt Villeneuve-lès-Avignon. Im Süden befindet sich das Département Bouches-du-Rhône (Dép. 13).

Geschichte 

In der vorchristlichen Antike lebten die mit der ligurischen Urbevölkerung vermischten keltischen Cavaren als Fischer in Avignon. Sie nannten den Ort „Aouenion“, zusammengesetzt aus „Aouen“ oder „Aven“ - d.h. Strudel oder Abgrund - und „ion“ - d.h. Herr, was als „Herr über den Wassern“ gedeutet werden kann -, womit der heutige Domberg bezeichnet wurde. In frühgeschichtlicher Zeit war Avignon (Avenion) eine Handelsniederlassung der griechischen Kolonie von Massalia, dem heutigen Marseille.

Die Römer nannten die gallorömische Stadt „Aven(n)io“. Man glaubt, dass Augustus auf dem seit Urzeiten für heilig gehaltenen Felsen einen Tempel für den Mistral, den Nordwind, hat bauen lassen. In der Nachfolge Roms wurde Avenion nacheinander von BurgundernWestgoten und Franken besetzt und musste sich im 8. Jahrhundert den Arabern unterwerfen. Zusammen mit dem Königreich Burgund kam es im 11. Jahrhundert zum Römisch-Deutschen Reich. Die Stadt Avignon, wie auch Marseille und Arles, wurde rechtlich nicht Teil der gleichnamigen Grafschaft, sondern war kaiserliche Reichsstadt. Sie entwickelte eine Kommunenregierung nach italienischem Muster.

Sehenswürdigkeiten 

Pont Saint-Bénezet
  • Von der Pont Saint-Bénézet genannten steinernen Brücke, deren zweiundzwanzig Brückenbogen im 14. Jahrhundert über die Rhône gebaut wurden, hielten der Flut von 1668 nur vier Bogen stand, so dass die Brücke heute im Fluss endet. Das Bauwerk, das eine erstmals im 12. Jahrhundert errichtete und mehrfach erneuerte Holzkonstruktion ersetzte, ist durch das Volkslied Sur le pont d’Avignon, … (Auf der Brück' von Avignon, …) bekannt geworden, einer zum Kinderlied verharmlosten Version des ursprünglichen Spottliedes Sous le pont d´Avignon“, (Unter der Brücke von Avignon“). Letzteres spielte auf den in päpstlicher Zeit am Ufer des Flusses in Hafennähe gelegenen Ort an, an welchem die jungen Mädchen und Burschen miteinander anbandelten und sich zum Tanz trafen.
Papstpalast
  • Der Papstpalast war - nachdem der zur Vorherrschaft in Westeuropa aufgestiegene französische König Philipp IV. im Jahr 1309 durch machtpolitische Ränkespiele die Wahl eines französischstämmigen Papstes durchgesetzt hatte, der nicht mehr in Rom, sondern in Avignon residierte - von 1309 bis 1417 Sitz des sogenannten Avignonesischen Papsttums und Residenz der Päpste. Philipp ignorierte damit das Dogma der katholischen Kirche, welches das Papsttum legitimiert mit dem Anspruch, dass der Apostel Petrus der erste Bischof von Rom gewesen sei. Beginnend mit Clemens V. nahmen sieben aus Frankreich stammendePäpste ihren Sitz in Avignon. Im Jahr 1377 verlegte Gregor XI. seine Residenz wieder nach Rom, was jedoch die französischen Kardinäle nicht anerkannten, die im Folgejahr einen Gegenpapst wählten und damit dasSchisma einleiteten, das der katholischen Kirche bis zum Ende des Konzils von Konstanz (1417) zwei Päpste bescherte, die sich gegenseitig nicht anerkannten.

    Der Papstpalast wurde hauptsächlich gebaut von Benedikt XII. und Clemens VI., den dritten und vierten französischen Päpsten. Clemens VI. kaufte außerdem die Stadt Avignon von Königin Johanna von Neapel. Bis zur französischen Revolution blieb die Stadt somit Teil des Kirchenstaates.

  • Die spätgotische Fassade der Kirche St-Pierre d’Avignon
     Die Pfarrkirche St-Pierre d’Avignon ist eine um 1356 im Südwesten des Papstpalastes errichtete ehemalige Kollegiatskirche mit einer sehenswerten spätgotischen Fassade aus dem frühen 16. Jahrhundert. Die schönen Flamboyantornamente stammen von dem damals in Avignon ansässigen Glasmaler Philippe Garcin und sind der Fassade als flaches Relief aufgeblendet. Das Portal schmücken kostbare hölzerneRenaissance-Türflügel, die der burgundische Bildhauer Antoine Volard im Jahr 1551 schuf.

Regelmäßige Veranstaltungen [

Gotische Fassade der Kirche St.Agricol
  • Festival d'Avignon: jährlich im Juli findet seit 1947 das Festival von Avignon statt, mit zahlreichen Theater-, Tanz- und Gesangsvorführungen. Neben den „In“-Aufführungen, die von öffentlichen Einrichtungen gefördert werden, gibt es auch hunderte „Off“-Aufführungen privater Theatergruppen. Während des Festivals herrscht ein reges Treiben in den Straßen, besonders in der Rue des Terniers und auf dem Place d'Horloge und dem Place am Palais des Papes.

Persönlichkeiten 

Söhne und Töchter:


Personen mit Bezug zur Stadt:

  • Francesco Petrarca (1304-1374), italienischer Dichter, lebte in Avignon und Vaucluse
  • Adalbertus Ranconis de Ericinio (1320-1388), tschechischer Theologe und Philosoph, war zeitweise päpstlicher Verwalter in Avignon
  • John Stuart Mill (1806-1873), englischer Philosoph, Ökonom und Politiker, in Avignon verstorben
  • Harriet Taylor Mill (1807-1858), englische Frauenrechtlerin und Ehefrau von John Stuart Mill, verstarb in Avignon (an Tuberkulose)
  • Édouard Daladier (1884-1970), französischer Politiker, 1953 bis 1958 Bürgermeister von Avignon
  • Daniel Auteuil (*1950), französischer Schauspieler, verbrachte seine Kindheit in Avignon

Städtepartnerschaften 

(frz.: Jumelages)

 

Galerie 

Arles

Arles ist eine Gemeinde im Süden Frankreichs und die Hauptstadt der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur in dem gleichnamigen Arrondissement ArlesDépartement Bouches-du-Rhône.

Inhaltsverzeichnis

Geographie 

Arles liegt westlich der Rhône, 24 km vom Mittelmeer entfernt. Zu Arles gehört das Gebiet der gesamten Camargue, und deshalb ist Arles mit ca. 760 km² die flächenmäßig größte Gemeinde Frankreichs.

Am rechten Stromufer liegt der Stadtteil Trinquetaille. Nördlich davon, in Fourques, beginnt das Department Gard. Südlich schließt sich die Camargue an.

Geschichte 

Arles hieß im Altertum Arelas oder Arelate (kelt. „Sumpfort“), wurde von den Galliern an Stelle des ligurischen Theline gegründet und von Gaius Iulius Caesar 46. v. Chr. zur römischen Militärkolonie Colonia Julia Paterna Arelate Sextanorum gemacht.

Der Ort erhob sich bald zu hoher Bedeutung, wetteiferte mit Massilia (Marseille) im Handel und erreichte seine Blütezeit unter Kaiser Konstantin, der Arles vergrößerte, ausschmückte und den Beinamen Constantina gab. 395 wurde sie Hauptstadt Galliens. Im Jahre 402 wurde dann die Praefectura Galliarum, die oberste Behörde des römischen Westreiches, von Trier nach Arles verlegt.

In Arles kreuzten sich die Römerstraßen Via Agrippa nach Lyon (Lugdunum) (und weiter nach Augusta Treverorum bis zur Colonia Claudia Ara Agrippinensium) mit der Via Aurelia, die Massilia mit Rom verband.

Arles wurde im 3. Jahrhundert Sitz eines Bischofs, im Jahr 400 Sitz eines Erzbischofs. Als Hauptumschlagplatz wurde es in der Folge von Westgoten und Sarazenen mehrmals erobert und zerstört, dennoch behauptete es lange seinen Glanz; seit 536 zum Frankenreich gehörig, wurde es 879 Hauptstadt des Königreichs Burgund und kam mit diesem 1033 zum Heiligen Römischen Reich. Seit 933 stand die Stadt unter der Herrschaft des Erzbischofs, wurde 1220 unabhängig von ihm und 1237 für nur zwei Jahre Reichsstadt. 1251 unterwarf sich die Stadt Karl von Anjou und fiel 1481 mit der Grafschaft Provence an Frankreich. Der Erzbischof wanderte später nach Aix-en-Provence ab. Arles war bis 1801 Bischofssitz.

In Arles fanden mehrere wichtige (arelatische) Synoden statt: so 314 gegen die Donatisten, 354 gegen Athanasius, 452 zur Regelung der Kirchen- und Klosterdisziplin, 475 gegen den Prädestinatianer Lucidus.

Politik 

Bürgermeister von Arles ist für die Wahlperiode 2008–2015 Hervé Schiavetti (PCF).

Wirtschaft 

Handel und Industrie sind nicht von Belang, nennenswert sind nur Olivenöl-Erzeugung und Schafzucht in der Umgebung. Die Maschinenwerkstätten der Bahn (SNCF), wo ca. 1.200 Arbeiter beschäftigt waren, sind heute geschlossen. Es gibt eine Papierfabrik. Die Arbeitslosigkeit ist hoch (Stand im Jahr 2004).

Verkehr 

Die Rhône kann wegen ihrer geringen Tiefe nur von kleineren Schiffen (bis 200 t) befahren werden; um dieses Hindernis für die Schifffahrt zu beseitigen, wurde 1834 der Kanal von Arles nach Bouc und, da auch dieser nicht genügte, 1864 der Kanal St. Louis angelegt, der, 60 m breit und 7,9 m tief, vom Hafen von Bouc aus die Mündung des Rhône mit seiner Barre umgeht.

Bildung 

  • École Nationale Supérieure de la Photographie: Die Stadt wurde nicht zuletzt aufgrund des Einflusses des dort heimischen Fotografen Lucien Clergue (eines frühen französischen Aktfotografens aus dem Bekanntenkreis Picassos) als Sitz der École Nationale Supérieure de la Photographie, der französischen Hochschule für Fotografie, ausgewählt.
  • Hydrographische Schule
  • Öffentliche Bibliothek

Sehenswürdigkeiten 

Weltkulturerbe 

Seit 1981 stehen viele der antiken und romanischen Denkmäler der Stadt auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbe. Die Kirche Saint-Honorat auf dem Alyscamps wird zudem seit 1998 als Teil des Welterbe „Jakobsweg in Frankreich“ ausgezeichnet. Arles ist der Startpunkt der Via Tolosana, einem französischen Abschnitt auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela.

Antike 

Arles gehört zu den sehenswertesten Städten der Provence und besitzt zahlreiche Überreste antiker Pracht, unter denen hervorzuheben sind:

  • Amphitheater, um 90 n. Chr. erbaut; Durchmesser 140 m x 103 m, ursprünglich aus drei Geschossen mit je 60 Arkaden bestehend und ca. 25.000 Zuschauern Platz bietend; im Mittelalter zu Festung ausgebaut, von der noch drei Vierecktürme (12. Jahrhundert) und die Arkadenvermauerung zeugen; 1830 Entfernung einer der drei Arkadenreihen; seit 1846 restauriert und gegenwärtig an Festtagen Schauplatz für Stierkämpfe; der hier gefundene 15 m hohe Granit-Obelisk steht seit 1676 an der Place de la République.
  • Antikes Theater, unter Kaiser Augustus um 25 v. Chr. errichtet, von dem sich noch zwei korinthische Säulen, die Orchestra und vom Zuschauerhalbrund die untersten der 33 Sitzreihen mit 12.000 Sitzplätzen erhalten haben; hier wurde 1651 die berühmteVenus von Arles aufgefunden, die jetzt im Louvre in Paris und als Kopie im Treppenhaus des Hôtels de Ville, Place de la République, steht.
  • Reste des römischen Forums mit einem Kryptoportikus (um 40 v. Chr.), einem unterirdischen Bogengang, Reste der römischen Thermen (4. Jahrhundert n. Chr.) und eines Palastes von Konstantin; zahlreiche, seit 1995 im Musée de l'Arles et de la Provence antiques vereinigte Skulpturen (Dianenkopf, Medea, Apolloaltar u. Arles).

Kathedrale Saint-Trophime 

Das bedeutendste Bauwerk der Stadt ist die ehemalige Benediktiner-Abteikirche Saint-Trophime mit berühmten Portal und Kreuzgang. Bei ihrem Bau wurden Steine vom antiken Theater verwendet. Der hl. Trophimus, dem die Kirche geweiht ist,christianisierte die Provence und war vor 250 in Arles der erste Bischof; seine Gebeine ruhen in der Kirche. In ihr wurde Friedrich Barbarossa am 30. Juli 1178 zum König gekrönt.

Die Kathedrale ist als Basilika mit einem 20 m hohen Mittelschiff stilmäßig sowohl romanisch als auch gotisch. Während Langhaus, Turm und Fassade 1152-80 errichtet wurden und romanisch sind, entstand der gotische Umgangschor erst 1454-65. Das der Westfassade um 1190 vorgeblendete Haupt-Portal mit seinem Tympanon (Christus als Weltenrichter) gilt als Hauptwerk der provencialischen Plastik der Hochromanik. Das Innere der Kirche ist modernisiert.

Vom Kloster ist der in mehreren Bauphasen zwischen 1130 und dem 14. Jahrhundert erbaute Kreuzgang bemerkenswert. In den vier Galerien – zwei romanisch, zwei gotisch – sind alle Arten des Rund- und Spitzbogenstils zu finden; hier wechseln sichPfeiler und Säulen mit fein gearbeiteten Kapitellen ab. Die Geviertecken sind figurengeschmückt, z. B. mit einer Trophimusfigur von 1188; im Kapitelsaal sind Gobelins zu sehen.

Das Portal ist zwischen 1150 und 1200 errichtet worden und ist neben dem von St-Gilles das bedeutendste romanische Portal der Provence. 1995 ist es gereinigt worden. Es handelt sich um ein vorgesetztes giebelbekröntes Doppelportal. Zwischen den Freisäulen an den Seiten stehen überlebensgroße Standbilder von Aposteln.

Diese Anlage ist ein eindrucksvolles Beispiel für die Antikenrezeption in Südfrankreich im 12. Jh., also für die Rückbesinnung auf alte römische Gestaltungsformen. So ist man beim Portal von St-Trophime von der damals traditionellen Gestaltung einerFassade abgewichen und hat das antike Motiv eines römischen Triumphbogens aufgegriffen. Während ansonsten das Portal in die Fassade integriert ist, scheint es hier durch die Vorblendung ein deutliches Eigenleben zu führen, das den Blick des Betrachters allein auf sich zieht. Über den gesamten Türsturz zieht sich ein reliefierter Kämpferfries hin, der u. a. die 12 Apostel in sitzender Haltung zeigt. Das ikonographische Programm des Portals, aber auch des Kreuzganges erinnert mit dem Präsentieren von Charaktergesichtern der Plastiken stark an die Antike.

Alyscamps [Bearbeiten]

siehe Hauptartikel: Alyscamps

Außerhalb der alten Stadtmauern findet man an der süd-östlichen Ecke eine lange Allee, die Alyscamps (Elysii campi, Elysische Felder) hin zur unvollendeten Kirche Saint-Honorat (12. Jahrhundert). Die einstige römische Begräbnisstätte wurde später ein christlicher Friedhof. Von den zahlreichen frühmittelalterlichen Steinsarkophagen sind nur noch einige schmucklose an der Allée des Tombeaux zu sehen, während die schönsten, soweit sie sich erhalten haben, heute im Musèe d'Arles Antique stehen. Siehe auch den Hauptartikel Alyscamps.

  • Kapelle Sainte-Croix und die Ruinen der Benediktinerabtei Montmajour, eine der seinerzeit eindrucksvollsten Klosteranlagen in Südfrankreich befinden sich nordöstlich der Stadt, an der Grenze zu Fontvieille.
  • Museon Arlatan: Die bedeutendste Sammlung zur provenzialischen Volkskunde ist im Palais de Laval-Castellane (16. Jahrhundert) zu besichtigen.

Kunst und Kultur 

  • Berühmt ist auch die Schönheit und Eleganz der Frauen von Arles. Die Belle Arlésienne hat Mérimée zum Libretto für die von Georges Bizet komponierte Oper Carmen angeregt. Auch Hugo von Hofmannsthal bemerkt „die feierliche römische Schönheit, die Kameenprofile und den königlichen Gang“ der Frauen von Arles (zitiert nach [1]).
  • Vincent van Gogh: Einer der (heute) berühmtesten Einwohner von Arles war 1888/89 der Maler Vincent van Gogh. Während dieser Zeit portraitierte er Arles und die Umgebung hundertfach. Die heute an seine Gemälde erinnernden Stellen in Arles wurden allerdings in den 1990er Jahren nach seinen Gemälden für den Tourismus dekoriert. Typisches Beispiel hierfür ist das Nachtcafé. Nachdem der Maler von der Bourgeoisie aus der Stadt faktisch vertrieben wurde, besitzt die Stadt kein einziges von seinen Gemälden. Das von ihm bewohnte Haus an der Place-La-Martine (Maison Jaune, „Gelbes Haus“) wurde im Zweiten Weltkrieg bei einem Bombenangriff zerstört. Zwar hat eine der zahlreichen Zugbrücken in der Umgebung den Maler zu den Bildern Die Brücke von Langlois angeregt, doch ist die heute als Van-Gogh-Brücke ausgeschilderte an der Montcalde-Schleuse zwar eine gleichartige, aber nicht die von ihm gemalte Brücke, die rund 800 m entfernt lag.

Regelmäßige Veranstaltungen 

  • Die Rencontres d'Arles (Fotoausstellung) finden seit 1969 in der zweiten Juliwoche bis Ende August statt, mit zahlreichen Ausstellungen. Sie zeigen den Stand der jeweils aktuellen Kunstphotographie ([2]

Persönlichkeiten 

Söhne und Töchter

  • Konstantin II. (317–340), römischer Kaiser
  • Hl. Caesarius von Arles (470-543), Mönch und Bischof
  • Jeanne Calment (1875–1997), erreichte die bisher längste verifizierte menschliche Lebensspanne
  • Louis Féraud (1920–1999), französischer Modeschöpfer und Maler
  • Djibril Cissé (*1981), französischer Fußballspieler
  • Fanny Valette (*1986), französische Schauspielerin
  • Lucien Clergue (*1934), französischer Fotograf
  • Juan Bautista, Matador
  • Mehdi Savalli, Matador


Personen mit Bezug zur Stadt

  • Vincent van Gogh (1853-1890), niederländischer Maler, malte und lebte 1888/1889 in Arles

Städtepartnerschaften


Marseille

 

 

Marseille
Wappen von Marseille
Region Provence-Alpes-Côte d’Azur(Präfektur)
Département Bouches-du-Rhône
Arrondissement Marseille
Kanton Chef-lieu von 25 Kantonen
Koordinaten 43° 18′ N5° 23′ OKoordinaten: 43° 18′ N5° 23′ O
Höhe 12 m (0–640 m)
Fläche 240,62 km²
Einwohner
– Unité urbaine
839.043 (2006)
1.349.772
Bevölkerungsdichte 3.487 Einw./km²
Postleitzahl 13001 – 13016
(Die letzten beiden Ziffern stehen für die Nummer des städtischen Arrondissements)
INSEE-Code 13055
Website http://www.mairie-marseille.fr

Marseille [maʀˈsɛj] (deutsch veraltet: MassilienokzitanischMarselha) ist die wichtigste französische und eine bedeutende europäische Hafenstadt. Sie liegt am Golfe du Lion, einer Mittelmeerbucht. Die Stadt, deren Einwohner sich Marseillais nennen, ist Hauptstadt des Départements Bouches-du-Rhône in der Region Provence-Alpes-Côte d'Azur. Marseille ist mit etwa 830.000 Einwohnern nach Paris die zweitgrößte Stadt Frankreichs. Das Ballungsgebiet Marseille hat, wenn man die unmittelbar angrenzenden Städte wie Allauch, Aubagne und Penne-sur-Huveaune hinzuzählt, ungefähr 1,35 Millionen Einwohner und ist damit die drittgrößte Agglomeration Frankreichs. Um diese Position streiten sich allerdings seit vielen Jahren die Städte Lyon und Marseille. Marseille ist Sitz eines Großmuftis und das Zentrum des Islam in Frankreich.

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Geographie [Bearbeiten]

Klimadiagramm von Marseille

Marseille liegt zwischen 0 und 646 m (12 m am offiziellen Zentrum Noailles) hoch. Das Hinterland ist gebirgig und findet seine höchste Erhebung im 710 m hohen Croix de Garlaban. Im Nordwesten grenzt die Stadt an dieChaîne de l'Estaque, eine aus Kalkfelsen bestehende Bergkette hinter l'Estaque, die den Étang de Berre, ein großes salzhaltiges Binnengewässer, in dem Muschelzucht betrieben wird, vom Meer abgetrennt. Südwestlich des Étang de Berre befindet sich der für Südfrankreich bedeutende, da zentral gelegene Flughafen Marignane. Durch die Lage herrscht in Marseille ein mediterranes Klima.

Geschichte 

Antiker Handelsstützpunkt 

Marseille im Jahre 1575

Griechische Seehändler aus Phokäa in Kleinasien besuchten schon im 7. Jahrhundert v. Chr. die Südküste des heutigen Frankreichs nahe der Mündung der Rhône, um mit den lokalen ligurischen Stämmen Handel zu treiben. Vor allem das Zinn war als ein Bestandteil der wertvollen Bronze bei den Griechen heiß begehrt, im Gegenzug fanden feine Töpferwaren und Goldschmuck den Weg in die Häuser der lokalen Fürsten. An der schroffen und felsigen Küste waren geschützte Landeplätze rar, und so steuerte man mit der Zeit immer wieder den natürlichen Hafen des heutigen Marseille an, wo die Galeeren vor Wind und Wellen geschützt waren.

Um 620–600 v. Chr. gründeten sie dann dank einer Landschenkung des lokalen ligurischen Fürsten an diesem Hafen eine dauerhaft bewohnte Handelspräsenz und nannten sie Μασσαλία Massalia (vereinzelt auch Massiliagenannt), das heutige Marseille. Der Legende nach hatte sich eine Tochter des Fürsten bei einem großen Fest in einen der Ehrengäste, den Anführer der griechischen Händler, Protis, verliebt. Die beiden wurden vermählt, und sie brachte als Mitgift das Land um den heutigen Alten Hafen mit in die Ehe ein.

Legende der Stadtgründung 

Der Legende nach ist die Stadt wie folgt entstanden:

Nachdem Protis an Land gegangen war, um sich mit der schönen Ligurerin Gyptis zu vereinen, wird Marseille gegründet. Protis war Phäake, und die Phäaken, dieses Seefahrervolk von der Insel Scheria, hatten nicht nur einen gastfreundlichen König namens Alkinoos, der den schiffbrüchigen Odysseus aufnahm, um ihn dann in seine Heimat Ithaka zu geleiten. Er hatte auch eine schöne Tochter. Nausikaa war es, die den gestrandeten Odysseus fand und ins Haus ihres Vaters führte. Marseille wurde also von der Liebe gegründet.

Kolonialisierung 

Historische Karte von Marseille

Mit der Zeit wuchs diese Siedlung zu einer großen griechischen Kolonie empor. Durch seine günstige Lage als Endpunkt der rhoneabwärts führenden Handelsstraße wurde Massalia bald zur reichsten und größten Griechenstadt am westlichen Mittelmeer. Ihr Kultureinfluss erstreckte sich weit in das Hinterland hinein, und wenn sich die Helvetier zu Cäsars Zeiten der griechischen Buchstaben bedienten, so steht hinter dieser Schriftrezeption der Massailotische Einfluss. Auch in einigen südfranzösischen Dialekten scheinen sich Spuren der alten phokäischen Gräzität erhalten zu haben.

Auch Malaga, Korsika und Nizza wurden von Zuzüglern aus Phokäa besiedelt, die eine Kolonie nach der anderen gründeten. Mit der Zeit wurde Massalia so groß und bedeutend, dass es selbst Siedler ausschickte, um Handelsposten und Kolonien im Westen bis hin nach Spanien zu gründen. Fast schien es so, als ob das Westbecken des Mittelmeers ein Binnensee der Phoakier und der Massalioten werden sollte, als die Koalition der Etrusker und Karthager der griechischen Expansion in der Seeschlacht bei Alalia ein Ende setzten.

Um das Jahr 545 v. Chr. erfolgte - nach der Flucht aus Phokaia durch Harpagos (einen Meder bzw. Perser, Statthalter des Königs Kyros) - ein erneuter Zuzug aus der Mutterstadt. (Hdt. 1,163,1-1,165,4, Solin. II,77, Liv. V,34,7-8).

Es gab immer wieder Konflikte mit den Gallien beherrschenden keltischen Stämmen.

125 v. Chr. rief Massalia die Truppen des Römischen Reiches um Hilfe gegen die Angriffe gallischer Stämme (LigurerAllobrogerSalluvierArverner und Vokontier). Im Laufe der Kriegshandlungen wurde das Gebiet um Marseille bis zur Rhônemündung von Rom erobert. Es wurde in die Provinz Narbonensis umgewandelt, und blieb bis zum Ende des Römischen Reiches dessen Bestandteil.

Anfang des 5. Jahrhunderts wurde am Südufer des Alten Hafens das Kloster Saint-Victor gegründet, das von 750 bis 960 die Residenz der Bischöfe von Marseille war. 481 fiel die Stadt an die Westgoten, 508 an dieOstgoten, 536 an die Franken und 879 an Niederburgund. Nachdem die Sarazenen sie zerstört hatten, wurde die Stadt im 10. Jahrhundert wiederaufgebaut und den Vicomtes de Marseille unterstellt. Zwischen 1216 und 1218 wurde Marseille zur selbstständigen Republik und schließlich 1481 mit Frankreich vereinigt.

1720 und 1721 wütete die Pest, an der die Hälfte der Bevölkerung starb (50.000).

Die Bevölkerung von Marseille war seit jeher stolz und unabhängig und im ganzen Land bekannt, sich gerne gegen die Obrigkeit und den König aufzulehnen. So schickte die Stadt im Jahr 1792 500 freiwillige Kämpfer, um die neue Regierung der Aufständischen während der Französischen Revolution zu unterstützen. Das von den Kämpfern aus Marseille in den Straßen von Paris gesungene Lied wurde als die Marseillaise bekannt. Am 14. Juli 1795 wurde die Marseillaise zur französischen Nationalhymne erklärt.

Neuzeit 

Im 19. Jahrhundert wuchs Marseille zum bedeutendsten Hafen des französischen Kaiserreiches, vor allem auch dank der französischen Kolonialisierung in Afrika und Indochina. Die Entwicklung und Bedeutung des Hafens verstärkte sich noch mit dem Beginn der Industrialisierung und erst recht mit der Eröffnung des Suezkanals 1869.

Am 9. Oktober 1934 fielen der jugoslawische König Alexander I. und der französische Außenminister Louis Barthou vor der Börse einem Mordanschlag zum Opfer.

Bekanntmachungen vom 4. Januar 1943 des Kommandanten über den Belagerungszustand
Notre Dame De La Garde

Im Januar 1943 wurde nach Hitlers Anweisung ein Großteil der historischen Altstadt (Vieux Port) von deutschen Truppen gesprengt. 27.000 Einwohner wurden aus der Altstadt, die als eine Brutstätte der Résistance galt, zwangsumgesiedelt. 1.640 Bewohner der Stadt, darunter etwa 800 Juden, wurden als „unerwünschte und antisoziale Elemente“ festgesetzt und später ins Reichsgebiet bzw. nach Polen deportiert.[1] Am 27. Mai 1944 griffen amerikanische Bomber die deutschen Militäranlagen in Marseille an. Am 28. August kapitulierten nach einwöchigem Kampf die deutschen Besatzer gegenüber den französischen Truppen.[2]

Gegenwart 

Zerstörung des alten Hafenviertels 1943
Der alte Hafen von Marseille, 2005
Marseille (2004)

In der Nachkriegszeit wuchs die Stadt unaufhörlich weiter, bis es dann Ende der 70er Jahre zu erheblichen Problemen mit zunehmender Kriminalität, Verschmutzung und wachsendem Verkehr kam. Marseille verlor innerhalb von zehn Jahren 10 % seiner Bevölkerung durch Abwanderung. Die Bürgermeister unternahmen in dieser Zeit große Anstrengungen, um der Kriminalität sowie der schier unendlichen Zahl der illegalen Zuwanderer aus Nordafrika sowie dem Verfall der Stadt Herr zu werden.

Seit den 90er Jahren wandelt sich das Bild der Stadt langsam, die Wirtschaft wächst wieder, neue Industrien siedeln sich an und die Stadt unternimmt große Anstrengungen, um das Stadtbild zu verschönern.

Entwicklung der Einwohnerzahl 

1750 bis 1910

  • 1750 - 68.000
  • 1800 - 111.000
  • 1850 - 195.000
  • 1880 - 360.000
  • 1910 - 551.000

1920 bis 1962

  • 1920 - 586.000
  • 1930 - 610.000
  • 1936 - 620.000
  • 1954 - 661.410
  • 1962 - 783.701

1968 bis 2006

  • 1968 - 889.029
  • 1975 - 914.400
  • 1982 - 878.689 (4. März)
  • 1990 - 800.550 (5. März)
  • 1999 - 798.430 (8. März)
  • 2006 - 820.000 (1. März)

Politik 

Das alte Rathaus von Marseille

Bürgermeister 

Bürgermeister von Marseille sind oder waren:

  • von 1953 bis 1986 Gaston Defferre (war schon zwischen 1944 und 1946 Bürgermeister, wiedergewählt 1959, 1965, 1971, 1977 und 1983),
  • von 1986 bis 1995 Robert Vigouroux (wiedergewählt 1989) und
  • seit 1995 Jean-Claude Gaudin (wiedergewählt 2001 und 2008).

Städtepartnerschaften 

Derzeit gibt es 13 Partnerstädte von Marseille:[3]

Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

Museen 

Das Musée des Beaux-Arts mit seinen Malereien aus dem 18. und 19. Jahrhundert und das Musée d'Histoire Naturelle mit seinen zoologischen und geologischen Ausstellungen befindet sich in den Seitenflügeln des Palais Longchamp (siehe Bauwerke). DasMusée d'Archéologie Méditerrannéenne und Musée d'arts Africains, Océaniens et Amérindiens befinden sich in der Vieille Charité, dem ehemaligen Krankenhaus der Armen. Die bildende Kunst der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist mit einer beachtenswerten Sammlung im Musée Cantini vertreten, gelegen im bürgerlichen 6. Arrondissement, wo auch die Präfektur ihren Sitz hat. Auch finden dort kontinuierlich Wechselausstellungen zur zeitgenössischen Kunst statt. Im 1852 bis 1860 am unteren Teil der Canebière, nahe dem Alten Hafen von Pascal Coste erbauten Palais de la Bourse (Börse) befindet sich heute das Musée de la Marine et de l'Economie de Marseille, eine kommunale Institution zur Förderung der Wirtschaft. Dort finden auch Ausstellungen zu Handel, Wirtschaft und Verkehr statt.

Bauwerke 

Notre-Dame de la Garde 

Notre-Dame de la Garde.

Südlich des Stadtkerns befindet sich die von Henri-Jacques Espérandieu im neobyzantinischen Stil entworfene Notre-Dame de la Garde, an der Stelle einer mittelalterlichen Wallfahrtskapelle in den Jahren 1853 bis 1864 erbaut. Sie befindet sich auf einem 162 m hohen Kalkfelsen und ist neben dem vor dem Hafen liegenden Château d'If das Wahrzeichen von Marseille. „La Bonne Mère“, wie sie im Volksmund genannt wird, birgt eine monumentale Sammlung an Votivbildern. Von den Aussichtsplattformen hat man einen spektakulären Blick über die Stadt.

Vieux Port 

Alter Hafen mit Blick auf Notre-Dame de la Garde.

Der im Zentrum gelegene Alte Hafen Vieux Port bzw. am Quai des Belges gelegene Fischmarkt ist entgegen Berichten von Reisebüros und Journalisten nicht der zentrale Treffpunkt der Stadt; es sei denn, man bewertet die Tatsache als entscheidend, dass von dort aus die (kleinen, also alltäglich versorgenden oder Ausflügler transportierenden) Schiffe zu den Inseln, denÎles d’Frioul hinausfahren, also nach Château d’If oder die durch einen Deich (Digue Berry) miteinander verbundenen, zwischen einem kleinen Hafen gelegenen Île Ratonneau und Île Pomègues sowie vorbei an den Calanques ins etwa fünfzehn Kilometer entfernte Cassis (Bouches-du-Rhône) mit Europas höchster Klippe. Hier findet zwar tatsächlich und täglich ein Treffen zwischen Hausfrauen und Fischern bzw. deren Fisch verkaufenden Frauen insofern statt, als die einen einkaufen und die anderen verkaufen (vor allem an Samstagen, da an Wochenenden in der Familie gegessen wird). Die Marseillais kaufen ihren Fisch sonst lieber im Supermarkt (frisch aus dem Atlantik oder sonst woher, möglicherweise am Markt, an dem längst nicht mehr nur die örtlichen Araber einkaufen, in der Rue Longue des Capucins, wo es nahezu alles und höchst preiswert gibt) oder aber die Meeresfrüchte (Muscheln, Schnecken usw.) bei Toinou am Cours Saint-Louis. Unweit des Vieux Port, etwa zur Mitte der Strecke zum Cours Saint-Louis hin, leicht schräg gegenüber der Place du Général de Gaulle (ein paar Meter von der Stadtinformation Office du Tourisme) befindet sich auch die Börse (Palais de la Bourse), wo das Musée de la Marine et de l'Économie de Marseille untergebracht ist. BeimMusée des Docks Romains ist die Stelle, wo sich die Hafenanlagen aus dem ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung befanden, und das Musée d’Histoire de Marseille wurde um einige Überreste des antiken Hafens herum angelegt.

Canebière

Vom Alten Hafen aus zieht sich die etwa ein Kilometer lange Canebière (von provenzal. CanabieroCannabis sativa; Hanf wurde hier gehandelt) – eine ehemalige Prachtstraße des 19. und anfänglichen 20. Jahrhunderts, endgültig verblichen während der sechziger und siebziger Jahre - zur Kirche St-Vincent-de-Paul, der Kirche der Reformierten, hin. An ihrem Ende, leicht nordwestlich der Kirche wird sie mit dem Boulevard Longchamp(zunächst Cours Joseph Thierry) fortgesetzt, die zum Gelände mit dem Palais Longchamp und seiner Brunnenanlage sowie dem dahinter liegenden (ehemaligen Zoologischen Garten) Park führt. Die Canebière wurde von Geschäftshäusern und Cafés gesäumt und früher oft mit der Pariser Avenue des Champs-Élysées verglichen. Die einstige Prachtstraße hat sich seit den 1970er-Jahren im Zuge der Zunahme des Straßenverkehrs in eine stark befahrene Straße gewandelt. Zwischen Cours Belsunce beziehungsweise Cours Saint-Louis und Boulevard Dugommier/Boulevard Garibaldi überwiegen bereits verfallende oder vernachlässigte Fassaden.

Die Erneuerung der alten Straßenbahnstrecke mitsamt neuen Wagen der „Tramway 68“ von der an der Canebière gelegenen Metro-Station Noailles nach St-Pierre soll unter anderem dazu beitragen, die Straße wieder lebenswerter zu gestalten. Das wird für die Alteingesessenen und Einkommensschwächeren allerdings immer problematischer, da die ganze Stadt seit den 1990er Jahren recht rigide „saniert“ bzw. erneuert wird. Dazu beigetragen hat auch der TGV, mit dem die Stadt seit Beginn des 21. Jahrhunderts von Paris aus in drei Stunden zu erreichen ist. So wurde beispielsweise das unweit des Bahnhofs St-Charles gelegene Belsunce-Viertel stark saniert: Über ein nicht unumstrittenes Sanierungsprogramm wurden die in den – allerdings tatsächlich verkommenen, damit jedoch extrem mietpreisgünstigen – dort gelegenen Häusern lebenden, überwiegend aus den nordafrikanischen Ländern stammenden Anwohner vertrieben. So heißt es im Amtsblatt der Europäischen Union (Stand September 2006):

„Die fünf Einzelprojekte sind: Zac Joliette, wo bereits die Docks umgebaut und 80.000 Quadratmeter Gewerbefläche geschaffen wurde; rue de la République, in der 4.000 Wohnungen zu renovieren sind; der Stadtteil Saint-Charles-Porte d'Aix mit seinem TGV-Bahnhof; Belle de mai, wo die Tabakmanufakturen (120.000 m²) umgebaut werden zu Gewerbefläche sowie Kultur- und Kommunikationseinrichtungen, einschließlich audiovisueller Studios; und schließlich die Cité de la Méditerranée (110 Hektar), mit einem 2,7 Kilometer langen Küstenstreifen, auf dem der Umbau des Bootshafens, ein Museum usw. geplant sind.“

Quartier du Panier 

Das nördlich, oberhalb des Alten Hafens gelegene Quartier du Panier, von den Einheimischen knapp „Panier“ genannte, im 2. Arrondissement gelegene Viertel, ist der Ort der ersten Besiedelung Marseilles. Im Zweiten Weltkrieg zum Teil gesprengt, am nördlichen Ufer des alten Hafens in den 1950ern mit Neubauten wiederaufgebaut, beginnt der restliche, einigermaßen unberührte alte Kern unweit hinter dem barocken Hôtel de ville (Rathaus), in dem die Mairie, das Bürgermeisteramt, untergebracht ist. Die Bevölkerung dort stammt historisch aus dem gesamten Mittelmeerraum, vor allem jedoch aus nordafrikanischen Ländern. Hinter den Neubauten liegt das alte Panier. Auf der Place des Moulins, einer der beiden Hügel des antiken Marseille, standen seit der Frühzeit die Windmühlen der Stadt. Die Umrisse der Straßen und Treppen sind zum großen Teil seit der Zeit der Griechen gleich geblieben, neue Häuser wurden auf den Grundstücken und Mauern der alten Häuser erbaut. Auf dem anderen hohen Hügel der antiken Stadt erbauten die Griechen eine Agora; heute säumen alte Bistros den an der Rue Saint-Pons gelegenen Platz.

Eine kurze Beschreibung des Abrisses und der neuen Bebauung eines Teils des Quartier du Panier:

Der Alte Hafen von Marseille vom Quai du Port, der Panier-Seite aus fotografiert

Es entstanden an der nördlichen Seite des Alten Hafens, am Quai du Port, gegenüber von Notre-Dame de la Garde, in den sechziger/siebziger Jahren fünfstöckige Neubauten. Dahinter befindet sich eine weitere Reihe Wohnhäuser: Werkbund-Nachläufer, eine Art in die Länge und die Höhe gezogener Kleinteiligkeit, die sich in erkerförmigen Backsteinapplikationen ausdrückt. Vorher befand sich dort das eigentliche Hafenviertel, ein verzweigtes Netz aus Wohnhäusern aus dem 17. Jahrhundert, vielen kleinen Gassen und Treppen. Die im November 1942 in Marseille einmarschierten Deutschen sahen darin einen Unsicherheitsfaktor sowie einen „Hort“ der Résistance. Im Januar 1943 begannen deutsche Truppen nach der sogenannten „Évacuation“ von fast 27.000 Einwohnern in ein Gefangenenlager bei Fréjus unter Befehl des Generalfeldmarschalls von Rundstedt mit der Sprengung des Hafenviertels (1924 Gebäude).

Hinter den Neubaublöcken liegt das Panier mit Häusern, überwiegend aus dem 18. Jahrhundert, einige der Häuser stammen sogar aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Dieses Viertel ist der alte Kern von Marseille. Noch im Panier, ebenfalls westlich des Alten Hafens befindet sich die wie Notre-Dame de la Garde im neobyzantinischen Stil erbaute Cathédrale de la Major. Sie entstand zwischen 1852 und 1893 und besitzt zwei kuppelgekrönte Türme sowie eine 16 Meter hohe Vierungskuppel. Etwas weiter westlich, hinter der Place la Joliette erstreckt sich der Neue Hafen (Port Moderne). Die hier gelegenen Gebäude sind oder werden zu großen Teilen aufwendig zu Büros, Wohnungen oder Veranstaltungsstätten (z. B. ein neues Museum) umgewandelt – les docks: Teil des neuen Marseille.

Von der ab 1844 angelegten Anlage legen heute die meisten Fähren ab, darunter auch die Passagierschiffe nach Korsika. Die für den Güterverkehr wesentlich bedeutenderen Hafenanlagen des „port autonome de Marseille“, – der örtlichen Hafenbetreibergesellschaft – liegen in dem ca. 50 Kilometer westlich gelegenen Fos-sur-Mer.

Panoramablick auf Marseille, von Notre Dame de la Garde aus gesehen
Panoramablick auf Marseille, von Notre Dame de la Garde aus gesehen

Kulinarisches

Die Küche von Marseille ist zwar in erster Linie provenzalisch beeinflusst, da die Stadt das Zentrum der Provence ist, jedoch auch vom gesamten Mittelmeerraum. Dazu zählen auch arabische Einflüsse, da ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung von dort her eingewandert ist. Weiterhin wird auch griechisch, italienisch, korsisch, spanisch, jüdisch-sephardisch oder armenisch gekocht.

Erwähnenswert die Bouillabaisse, ein aus Marseille stammendes Gericht, das in ganz Frankreich und über das Land hinaus bekannt ist. In den Restaurants von Marseille gehört diese ursprünglich von Fischern aus nicht verkauften Fischen, Crevetten und Muscheln gekochte Suppe zum Standard.

In der traditionellen Marseiller Küche wird (wie überall in Frankreich) frisch und mit Zutaten aus der Region gekocht. Fisch und Meeresfrüchte werden bevorzugt, allerdings auch Fleisch und Geflügel oft zubereitet.

Veranstaltungen 

In Marseille findet alljährlich mit der „Mondial la Marseille à Pétanque“ das größte Pétanque-Turnier der Welt statt. 2006 waren zum Beispiel 4.112 Equipes mit 12.336 Spielern am Start.

Seit 1979 ist Marseille am letzten Oktobersonntag Startort von Marseille – Cassis, einem der populärsten Straßenläufe Frankreichs.

Musik 

Neben den typischen französischen Chansons ist Marseille vor allem eine feste Größe im französischen Hip Hop. Mitte der 80er Jahre begannen Gruppen wie IAM vor allem die Jugendlichen aus Migrantenfamilien für den neuen Musikstil zu begeistern. Heute ist der französische Hip-Hop-Markt, vor allem auch dank der Künstler aus Marseille, nach dem der USA der zweitgrößte der Welt.

Naturdenkmäler 

Sehenswert sind die bis zu 400 m hohen Klippen des Massif des Calanques.

Die auf dem Rand der Klippen bis zu 20 Meter über dem Meer erbaute Corniche President J. F. Kennedy ist ein toller Startpunkt für eine Fahrt ins Grüne. Die herrliche Höhenstraße am Meeresufer beginnt bei der kleinen Bucht „Anse des Catalans“ (Strandbad). Sie führt durch das malerische kleine Tal „Vallon des Auffes“, lässt mit einer Abkürzung die Landzunge „Pointe d'Endoume‘‚ auf der das Aquarium liegt, außerhalb ihres Bereichs und gelangt dann zu dem weitläufigen „Parc Borely“. Nach dem „Prado“ geht sie in eine Straße über, die um das „Cap Croisette“ läuft und nach 12,5 km in Callelongue endet.

Sport 

Stade Vélodrome

Olympique de Marseille 

In Marseille ist der 1899 gegründete und national und international sehr erfolgreiche Fußballclub Olympique de Marseille beheimatet.

Die Heimspiele werden im 60.000 Zuschauer fassenden Stade Vélodrome ausgetragen.

Vereinsfarben sind weiß und azurblau.

Bisherige Erfolge:

Mondial la Marseille à Pétanque

In Marseille findet alljährlich mit der „Mondial la Marseille à Pétanque“ das größte Pétanque-Turnier der Welt statt. Es ist ein für alle Pétanque-Spieler, die eine Lizenz des Weltverbands Fédération Internationale de Pétanque et Jeu Provençal haben, offenes Turnier und nicht wie der Name verheißen mag eine Pétanque-Weltmeisterschaft. 2006 waren zum Beispiel 4.112 Èquipes mit 12.336 Spielern am Start. Es wird im unweit des Strandes gelegenen Parc Borély und den angrenzenden Geländen ausgetragen, das Finale immer am Alten Hafen. Vor diesem Turnier finden im Parc Borely auch die ebenfalls jährlich stattfindenden Meisterschaften des Jeu Provençal statt. Dabei handelt es sich um die alte, historische Version des Boule (Pétanque)-Spiels, das seinen Ursprung in der Provence hat. Auch hier nehmen tausende von Spielern teil, die jedoch naturgemäß aus den südlichen Regionen Frankreichs kommen.

Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]

Bedeutende Industriezweige sind die Fahrzeug-, Maschinen-, Metall- und Nahrungsmittelindustrie. In Marseille befindet sich das Gefängnis Les Baumettes.

Verkehr 

Marseille verfügt über einen umfangreichen industriellen Ballungsraum sowie den größten Hafen im Mittelmeer. Für den dadurch aufkommenden Eisenbahngüterverkehr dient der Bahnknotenpunkt mit Rangierbahnhof in der zwischen Marseille und Avignongelegenen Kleinstadt Miramas. Unter der südlichen Altstadt hindurch führt der mautpflichtige Straßentunnel St-Laurent. Mitte 2008 soll die Umgehungsstraße im Osten Marseilles fertiggestellt sein. Die Autobahnen Marseille-Lyon und Marseille-Toulon werden durch einen Tunnel verbunden.

Bahnverkehr 

TGV im Bahnhof St-Charles
Die Große Freitreppe zum Hauptbahnhof
Metro- und Straßenbahnnetz
Metrostation Vieux-Port
Straßenbahn für Marseille in Wien bei der Inbetriebnahme amTestgleis der Wiener Linien

Durch den 300 Km/h schnellen TGV Méditerranée ist Marseille seit Inbetriebnahme der Schnellfahrstrecke 2001 vom fast 800 Kilometer entfernten Paris nur drei Stunden entfernt. Der Zentrale Bahnhof und TGV-Haltepunkt ist St-Charles. Am Bahnhof halten auch die Shuttle-Busse zum Flughafen sowie beide Metro-Linien. Der auf einer Anhöhe, vor den damaligen Stadtmauern gebaute, zentral gelegene Kopfbahnhof ist nur wenige Gehminuten vom Stadtzentrum entfernt. Eröffnet wurde der auf dem ehemaligen mittelalterlichen Friedhof St-Charles gebaute Bahnhof am 8. Januar 1848. Mittlerweile auf 14 Gleise ausgebaut ist er ist das Verkehrszentrum der Region und Haltepunkt von wichtigen regionalen, nationalen und internationalen Zuglinien.

Die 1977 eröffnete und später mehrmals erweiterte und ausgebaute U-Bahn Marseille verfügt über zwei Linien. Die beiden Linien kreuzen sich zwei mal, an den Stationen Castellane und Gare St.Charles. Die Streckenführung ist in der Innenstadt unterirdisch, außerhalb der Stadt fahren die Bahnen oberirdisch oder als Hochbahn auf Pfeilern. Die Wagen verfügen über luftgefüllte, schienengeführte Reifen mit Stromversorgung mittels dritter Stromschiene. Vorbild war hier die Pariser Metro.

Mitte der 90er Jahre kam es in Marseille aufgrund von stark zunehmenden Straßenverkehr zu Überlegungen, die aus dem Stadtbild verschwundenen Straßenbahnen wieder einzuführen. Bis dahin waren Straßenbahnen verpönt und galten als nicht zeitgemäß und unbequem, hatte man doch die seit 1876 existierenden und ehemals zahlreichen Strecken ab Mitte des 20. Jahrhunderts bis auf eine Linie eingestellt. Man entschloss sich, die bestehende Linie zu sanieren sowie weitere neu zu bauen. Seit Juli 2007 ist die erste der beiden neuen Trambahnlinien auf dem Abschnitt Euroméditerranée-Les Caillols in Betrieb. Die Fahrzeuge für diese Linien werden seit 2006 in Wien von Bombardier Transportation Österreich produziert. Die Inbetriebnahme der Straßenbahnen erfolgte auf dem Testgleis der Wiener Linien.

Flugverkehr [Bearbeiten]

Der Flughafen Aéroport Marseille Provence befindet sich 20 km nordwestlich von Marseille bei der Stadt Marignane. Er wird von zahlreichen internationalen Fluglinien bedient. Mehrere deutsche Flughäfen sind mit Direktflügen an den Aéroport Marseille Provence angebunden.

Schiffsverkehr 

Der Fährhafen von Marseille ist eine der wichtigsten Verbindungen für Reisende in den Maghreb und nach Korsika. Mehrere Linien täglich verbinden Marseille mit den größten Fährhäfen Nordafrikas. In Korsika werdenAjaccio und Bastia täglich, CalviPropriano (mit Weiterfahrt nach Porto Torres auf Sardinien und Porto Vecchio mehrmals wöchentlich angelaufen.

Persönlichkeiten 


Ardeche

 

 

Ardèche (07)
Wappen des Departements Ardèche Lage des Departements Ardèche in Frankreich
Region Rhône-Alpes
Präfektur Privas
Unterpräfektur(en) Largentière
Tournon-sur-Rhône
Einwohner 306.185 Einw.
(2006)
Bevölkerungsdichte 55 Einw./km²
Fläche 5.529 km²
Arrondissements 3
Kantone 33
Gemeinden 339
Präsident des
Generalrats
Michel Teston
ISO-3166-2-Code FR-07
Die drei Arrondissements des Départements (vor der Verwaltungsgebietsänderung vom 1. März 2007)

Ardèche [aʀˈdɛʃ] (offiziell Département de l’Ardèche) ist das französische Département mit der Ordnungsnummer 07.

Es liegt in der Region Rhône-Alpes im Südosten Frankreichs und ist nach dem Fluss Ardèche benannt.

Inhaltsverzeichnis

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Geographie 

Das Département Ardèche grenzt an die Départements DrômeVaucluseGardLozèreHaute-LoireLoire und Isère.

Verwaltungsgliederung

Das Département Ardèche ist in 3 Arrondissements, 33 Kantone und 339 Gemeinden gegliedert. Per Verordnung des Präfekten vom 22. Februar 2007 wechselten mit Wirkung auf den 1. März 2007 die Kantone Antraigues-sur-VolaneAubenasVals-les-Bains und Villeneuve-de-Berg vom Arrondissement Privas zum Arrondissement Largentière.[1]

Arrondissement Einwohner
(2006)
Fläche
(km²)
Bev.Dichte Kantone Gemeinden
Largentière 92.267 2511 37 14 148
Privas 82.679 1159 71 7 65
Tournon-sur-Rhône 131.239 1858 71 12 126

Weinregion 

Die lokale Weindenomination (Benennung einer Weinregion, hier: Ardèche) hat in den letzten Jahren qualitativ hochwertige Weine hervorgebracht. Die Anbaufläche im Département steigt kontinuierlich.

Tourismus 

Aufgrund seines einmaligen Landschaftsbildes, seiner Flora und Fauna ist die Ardèche Ziel von naturliebenden und ruhesuchenden Touristen. Zumindest im letzten Punkt wird die Ardèche jedoch ihrem Ruf nicht immer gerecht, da das französische Militär in diesem Gebiet Übungen abhält. Es kommt dabei vor allem zu sehr starkem Flugverkehr, was Fluglärm verursacht, insbesondere in der Gegend von Ajoux.

Natur und Klima 

bei Thueyts

Die Ardèche zeigt eine Natur, die in Europa nur noch in kleinen Teilen vorzufinden ist. Tiere, vor allem Insekten, finden hier ihre perfekte Umgebung. Das Département Ardèche ist landschaftlich zweigeteilt. Der nördliche Teil besteht aus einer Gebirgslandschaft, die bis 1700 m. ü. NN. liegt. Der südliche Teil ist durch die Gorges de l’Ardèche geprägt, die Berge und Hochplateaus liegen hier auf maximal 500 m NN.

Nördlicher Teil der Ardèche [Bearbeiten]

Dieser obere Teil hat ein raues Klima, das heißt im Winter kühl und windig und im Sommer heiß. Hier oben lebt man hauptsächlich von der Landwirtschaft, das heißt Viehzucht und viele Schafe. Daher wird dieser Teil der Ardèche das Butterland genannt. Man könnte es mit einer Wüste vergleichen, aber nicht endlos an Sand sondern endlos an Gras. Anders als im Süden der Ardèche gibt es hier sehr große Tannenwälder. Außerdem entspringt hier die Loire und man findet das älteste Gebirge der Welt, das im Norden noch bis 1700m hoch wird aber gegen den Süden hin immer kleiner wird, bis es nur noch etwa 180m hoch ist. Im Sommer sind die meisten kleinen Flüsse ausgetrocknet; nur die größten Flüsse führen noch Wasser.

Südlicher Teil der Ardèche 

Im südlichen Teil herrscht mildes Klima im moderaten Winter und Sommerperioden. Das heißt mit kurzen aber heftigen Gewittern, die große Überschwemmungen hervorbringen, danach aber zwei Wochen kein Regen mehr. Daher werden im Süden viele Weinreben, Oliven und Früchte wie Pfirsich, Kirschen und so weiter angebaut. Im Süden hat es außerdem noch viele abrupte Täler mit steilen, bewaldeten Wänden. Hier gib es keine Tannenwälder, aber große und viele Eichenwälder und Wildschweine. Es gibt keine hohen Berge sondern nur flache, bewaldete Hügel. Tropfsteinhöhlen sind hier in großen Mengen vorzufinden, große und kleine. Ganz im Süden findet man immer noch die Keltische Kultur vor, zum Beispiel die sogenannten Dolmen. Es gibt sowohl im Süden, als auch im Norden viele Burgen und Ruinen im Romanischen Baustil.

Römische Ruine

Mittlerer Teil der Ardèche 

Die größte Seidenproduktion Europas lag bis zum Ende des ersten Weltkrieges in dieser Region, Importseide aus China verdrängte die französische Seide zunehmend von den Märkten. Daher gibt es in diesem Gebiet heute noch sehr viele Maulbeerbäume. Viele Kastanienplantagen, ob gepflegt oder verwildert, bedecken die Hügeln. Die Ardècheregion ist der Hauptproduzent von Edelkastanien in Europa.


Hyères

 

 

Hyères
Wappen von Hyères
Region Provence-Alpes-Côte d'Azur
Département Var
Arrondissement Toulon
Kanton Hyères-Est
Hyères-Ouest
Koordinaten 43° 7′ N6° 8′ OKoordinaten: 43° 7′ N6° 8′ O
Höhe 29 m (0–364 m)
Fläche 132,38 km²
Einwohner 55.007 (2006)
Bevölkerungsdichte 416 Einw./km²
Postleitzahl 83400
INSEE-Code 83069
Website http://www.ville-hyeres.fr/
In der Altstadt von Hyères
In der Altstadt von Hyères

Hyères [jɛːʀ] (auch: Hyères-les-Palmiersprovenzalisch Ieras [ˈjeɾɔ] oder Iero [ˈjeɾɔ]) ist eine französische Hafenstadt an der Mittelmeerküste im Département Var in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur.

Inhaltsverzeichnis

Geografie 

Blick über Hyères

Die Mittelstadt liegt zwischen Toulon und Le Lavandou und hat 51.417 Einwohner. Sie ist die südlichste Stadt der Provence und ein beliebter Badeort.

Die Stadt befindet sich auf der Südseite der Bergkette Les Maurettes, einem Teil des Massif des Maures, am Ansatz der Halbinsel von Giens Stadt und Halbinsel vorgelagert liegen die geologisch ebenfalls zum Maurenmassiv zählenden Îles d'Hyères.

Die Landzunge, die Giens mit dem Festland verbindet, formt vor der Stadt zwei ausgedehnte Buchten mit insgesamt 35 km Sandstrand, die auch größeren Touristenströmen Platz bietet. Die Bucht von Almanarre ist eines der beliebtesten Windsurf- und Kitereviere Frankreichs.

Das Gebiet der Gemeinde umfasst auf mehr als 132 km² Fläche die nicht direkt mit dem Stadtgebiet verbundenen Ortschaften Les Salins, L'Ayguade, Les Borrels, Sauvebonne, Le Port, La Capte und Gienssowie die drei Inselorte Porquerolles, Port-Cros und Le Levant.

Hyères ist in drei Kantone unterteilt, wobei die Stadt nur Hauptort der Kantone Hyères-Est und Hyères-Ouest mit jeweils etwa 25.000 Einwohnern ist. Ein kleiner Teil des Gemeindegebietes mit etwa 600 Einwohnern gehört zum Kanton La Crau

Klima

Das Klima in Hyères ist ein ausgeprägtes Mittelmeerklima mit milden und feuchten Wintern und heißen, trockenen Sommermonaten. Im Juli erreichen die Niederschläge mit im Schnitt deutlich weniger als 10 mm ihr Minimum, die durchschnittlichen Tageshöchsttemperaturen erreichen im Sommer 28 °C. Die durchschnittliche Tiefsttemperatur erreicht im Januar und Februar mit 5 °C ihr Minimum[1].

Der zweite bestimmende Faktor des Klimas in Hyères ist der Mistral. Die Stadt profitiert in mehrere Hinsicht von den trockenen und verhältnismäßig kühlen Nordwestwinden: An heißen Sommertagen mildert er die Hitze in der Stadt, dem Surf- und Kiteangebot in der Bucht gibt er eine verlässliche Grundlage. Andererseits erhöht er durch seine Trockenheit die Brandgefahr und gefährdet kleinere Boote durch den ungewöhnlich starken Seegang, den er hervorrufen kann.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung in Hyères
Jahr Einwohner
1962 28.505
1968 34.875
1975 36.123
1982 38.999
1990 48.043
1999 51.417
2006 53.200

Bereits seit den 1960er Jahren kann Hyères durch starken Zuzug ein deutlich überdurchschnittliches Bevölkerungswachstum verzeichnen.

Geschichte 

Das Gebiet der heutigen Stadt Hyères ist seit über 5.000 Jahren von Menschen bewohnt.

Die erste Siedlung in historischer Zeit stammt aus der Zeit um das 4. Jahrhundert v. Chr., als griechische Seeleute in dem bereits damals Almanarre genannten Landstrich ein befestigtes Seehandelskontor errichteten, dem sie den Namen Olbia (die Glückliche) gaben. Der dort entstehende Ort bestand bis zum Niedergang des römischen Reiches.

Der heutige Name der Stadt erscheint erstmals in den Jahren 963 und 964 in zwei Quellen. Eine Bulle Papst Leos VIII. und eine Urkunde Konrads III. von Burgund bewilligten und bestätigten die Zuordnung von Hyères und seiner Umgebung zurBenediktinerabtei Montmajour. In den Dokumenten werden die Salinen und die Fischgründe der Eyras genannten Gemeinde erwähnt. Nach der Vertreibung der Sarazenen durch Wilhelm I. von Provence fiel der Ort, die Îles d'Hyères eingeschlossen, im Jahr 972 an die Herren von Fos, die in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts das Schloss auf dem Colline de Castéou errichten ließen.

Hyères war der erste Ort am französischen Mittelmeer, den die englische Oberschicht seit dem späten 18. Jahrhundert aufsuchte. Zu den regelmäßigen Gästen der Stadt zählten unter anderen Königin Viktoria und Robert Louis Stevenson. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts verlagerte sich der Luxustourismus in Richtung NizzaCannes und Monte-Carlo.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Die antike Stadt Olbia

Hauptartikel: Olbia (Hyères)

An der D 559 Richtung Carqueiranne liegt die antike Stadt Olbia. Griechische Seefahrer errichteten im 4. Jahrhundert v. Chr. das befestigte Handelskontor Olbia mit einem Hafen am Golf von Giens. Kleine, befestigte Etappenhäfen dieser Art waren Bestandteil der Verteidigungsstrategie zur Abwehr von Angriffen gallischer Piraten auf griechische Handelsschiffe. Im ersten Jahrhundert v. Chr. übernahmen die Römer Olbia. Der Hafen erhielt den Namen Pomponiana büßte aber nichts von seiner wirtschaftlichen Bedeutung ein. Mit dem Niedergang des Römischen Reiches verlor auch Olbia seine Bedeutung. Im Jahr 578 wurde die Siedlung vom Frankenkönig Guntram I. zerstört. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts, 600 Jahre dem Niedergang der antiken Stadt, wurde dann eine Zisterzienser Abtei errichtet, die jedoch bereits im 14. Jahrhundert wieder aufgegeben wurde. Die Ruinen der antiken Stadt sind heute Ort archäologischer Ausgrabungen und können unter fachkundiger Führung besichtigt werden.

Altstadt 

Hyères
Hyères

Die mittelalterliche Altstadt von Hyères ist gut erhalten. Mit ihrer Lage am Hang des Casteou, einem der Vorberge der Maurettes, beherrscht sie die tieferliegende Ebene und öffnet einen weiten Blick auf das Meer und die vorgelagerten Inseln. Einige Bauwerke sind als Monument historique klassifiziert:

Das Stift Saint Paul
  • Das Ensemble der Befestigungsanlagen umfasst die Altstadt im Norden von Hyères. Die Anlage stammt aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Befestigungsmauern mit viereckigen Türmen und dem vier Stadttoren Porte de Baruc,Porte de FenouilletPorte de Saint-Paul und Porte de La Rade umgeben den alten Ortskern.
  • Der Templerturm (Tour des Templiers, auch Chapelle Sainte Blaise) wurde im 12. Jahrhundert von den Templern erbaut. 1673 übernahm die Bruderschaft der Commanderie de Beaulieu das Gebäude, die ursprünglich bestehenden Burgmauern wurden niedergerissen. Bis 1913 diente es als Rathaus, heute ist es Gerichtsgebäude und zeigt wechselnde Ausstellungen.
  • Das Stift Saint Paul stammt ebenfalls aus dem 12.–13. Jahrhundert, wurde aber zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert wesentlich umgebaut. Es zeigt Sammlungen von Votivbildern und zwei Reliquienschreine.
Panoramaaufnahme des Jardin Olbius Riquier

Parks und Grünanlagen

Für seine zahlreichen Grünanlagen, Gärten und Parks wurde Hyères als ville fleurie (blühende Stadt) ausgezeichnet und erhielt im Europäischen Wettbewerb eine Goldmedaille.

  • Der Jardin Olbius Riquier liegt im Süden der Stadt. Er ist zugleich Ziergarten und botanischer Garten in dem zahlreiche exotische und seltene Pflanzen gepflegt werden. Mit seinen schattigen Wegen, Spiel- und Unterhaltungsangebot für Kinder, einem Zoo, Gewächshaus und einem kleinen See bietet er auf einer Fläche von 7 ha ein attraktives Naherholungsangebot. Der Name des Parks geht auf Olbius Hippolyte Antoine Riquierzurück, aus dessen Vermächtnis er im Jahr 1868 ins Eigentum der Stadt kam und zunächst zu einer Außenstelle des Jardin d'Acclimatation in Paris wurde.
  • Die Gärten des Parkhotels und des Casinos verlängern die grüne Ader im modernen Zentrum der Stadt. Sie wurden in den Jahren 1990 und 2000 im Stil des 19. Jahrhunderts neu angelegt und mit Rosen, Orangenbäumen und Hecken bepflanzt.
  • Der Park Saint Bernard mit dem Château Saint-Bernard auf dem Montée de Noailles bietet einen weiten Blick über die Halbinsel von Giens, die Bucht und die Inseln von Hyéres. Der öffentlich zugängliche Park liegt unterhalb der 1923 von Robert Mallet-Stevens geplanten Villa des Grafen und Kunstmäzens Noailles, der diesen Garten anlegen ließ. Neben exotischen Gewächsen gibt der Park auch der mediterranen Flora großen Raum.
  • Park und Castel Sainte-Claire gehörten einst der amerikanischen Schriftstellerin Edith Wharton (1862-1937). Sie liegen in der nach der Autorin benannten Avenue Edith Wharton nahe dem Park Saint Bernard auf den Hügeln über der Stadt und ist mit diesem durch einen kleinen Weg verbunden. Heute ist das 6500 m² große Grundstück, in dem seltene südamerikanische und australische Pflanzenarten wachsen, Eigentum der Stadt Hyères. Das Castel war das erste Gebäude in den einstmals verlassenen Gebieten der oberen Altstadt, das seit der Mitte des 19. Jahrhunderts wieder auf- und ausgebaut wurde.

Umgebung 

Tour fondue

Das Gebiet von Hyères umfasst die Halbinsel von Giens und die vorgelagerten Îles d'Hyeres, die nicht nur vielfältige Angebote für Bade- und Sporttourismus bieten, sondern auch ein sehenswertes kulturelles Erbe erhalten haben.

  • Das kleine Dorf Giens wird von den Überresten des Château des Pontevès überragt. Der Ort liegt auf der gleichnamigen Halbinsel, einer ehemaligen Insel, die inzwischen durch eine lange Landzunge mit dem Festland verbunden ist.
  • Im Osten der Halbinsel befindet sich der Tour fondue, der im 17. Jahrhundert als Verteidigungsanlage erbaut und später umgebaut wurde. Zu seinem Gebäudekomplex gehören Unterkünfte und ein Pulverlager.
  • Auf der Insel Porquerolles befindet sich nicht nur ein großes Naturschutzgebiet, sondern auch eine Anzahl verstreuter Befestigungsanlagen. Auf dem Gipfel des Hügels, der das kleine Inseldorf und den Hafen überragt, wurde Lauf des 17. Jahrhunderts das Fort Sainte Agathe erbaut. Die Terrasse des Turms bietet einen weiten Blick über die Reede von Hyères und die Bucht von Porquerolles.

Partnerstädte 

Hyères pflegt Städtepartnerschaften mit Rottweil in Baden-Württemberg und Koekelberg in Belgien.

Die Städtepartnerschaft mit Rottweil wurde 1970 geschlossen und geht auf Kontakte von Rottweiler Kriegsheimkehrern mit den Anciens combattants prisonniers de guerre aus Hyères zurück. Die Partnerschaft mit Koekelberg wurde 1977 besiegelt.

Zu den wichtigsten Aktivitäten der Städtepartnerschaften zählt der regelmäßige Schüleraustausch zwischen den Schulen der Gemeinden.

Wirtschaft und Verkehr 

Flughafen 

Der Toulon-Hyères International Airport (TLN) (La Palyvestre) liegt vier Kilometer südöstlich des Stadtzentrums auf einer sandigen Ebene nahe der Küste. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhundert wurde das Gelände als Flugplatz für Privatflüge genutzt. Als in den 1920er Jahren das Marschgebiet trockengelegt war, begann die Französische Luftwaffe mit der Nutzung des Geländes und übernahm es schließlich als offiziellen Stützpunkt undMilitärflughafen. Seit 1966 wird der Flughafen wieder kommerziell genutzt, die Armee blieb aber im Umfeld präsent. Im Jahr 2007 gibt es Linienflüge von und nach BrestBordeauxBriveBrüsselFaroLa RochelleLondon,LorientMarrakeschParisRomRotterdamStockholm und Toulouse [2].

Eisenbahn 

Hyères und ist der Endpunkt einer kurzen Bahnlinie aus Toulon. Hier verkehrt täglich ein TGV-Zugpaar auf einer Fortsetzung der Hochgeschwindigkeitsstrecke LGV Méditerranée, der die Stadt in 4 1/2 Stunden mit Parisverbindet. Von Hyères über Toulon bis zum Beginn der Hochgeschwindigkeitstrasse verkehrt der TGV auf einer Normalgeschwindigkeitsstrecke. Ferner bestehen Nahverkehrsverbindungen (Transport express régional) nach Toulon und Marseille.

Landwirtschaft 

Die Landwirtschaft wird vom Gemüse- und Weinbau bestimmt.

Persönlichkeiten 

  • Der französische Prediger, Theologe und Bischof Jean-Baptiste Massillon (1663–1742) wurde in Hyères geboren.
  • Der französische Botaniker und Mykologe Edmond Tulasne verstarb 1885 in Hyères.
  • Der französische Schriftsteller Paul Bourget (1852–1935) besaß eine Villa in Hyères
  • Der russische Poet Georgij Ivanov (*1894) verstarb 1958 in Hyères.
  • Die amerikanische Schriftstellerin Edith Wharton (1862-1937) war Eigentümerin von Park und Castel Sainte-Claire
  • Der deutsche Architekt Hermann Fehling (1909-1996 in Berlin) wurde in Hyères geboren.
  • Der französische Autor Paul Berna (1910–1994) wurde in Hyères geboren.
  • Der Fotograf Yann Arthus-Bertrand lebt auf der Insel Port-Cros
  • Der Radrennfahrer Fabien Sanchez (*1983) stammt aus Hyères.

aus Wikipedia.de

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